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Recruiting Analytics kurz erklärt: Recruiting Analytics bezeichnet die systematische Erfassung, Verknüpfung und Auswertung von Daten entlang des Recruiting-Prozesses. Ziel ist nicht, möglichst viele Kennzahlen zu sammeln. Unternehmen sollen erkennen, welche Maßnahmen passende Kandidatinnen und Kandidaten erreichen, an welchen Stellen sie diese verlieren und welche Kanäle tatsächlich zu Gesprächen und Einstellungen führen.
 
Viele Unternehmen wissen, wie viele Bewerbungen eingegangen sind. Häufig bleibt jedoch offen:
• Woher stammen die Bewerbungen?
• Wie viele davon erfüllen die Anforderungen?
• An welcher Stelle brechen Interessierte ab?
• Welche Kanäle führen zu Vorstellungsgesprächen?
• Wie hoch sind die Kosten pro qualifizierter Bewerbung?
• Welche Maßnahmen führen tatsächlich zu Einstellungen?
Genau hier setzt Recruiting Analytics an. Daten aus Kampagnen, Karriereseiten, Stellenanzeigen, Recruiting-Funnels und Bewerbermanagement werden zu einem Gesamtbild verbunden. Dadurch lässt sich die Personalgewinnung gezielter steuern und kontinuierlich verbessern.
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Recruiting Analytics?
  2. Warum ist Recruiting Analytics sinnvoll?
  3. Vor den Kennzahlen stehen die Recruiting-Ziele
  4. Die wichtigsten Recruiting-KPIs entlang des Funnels
  5. Welche Datenquellen werden benötigt?
  6. Wie sollte ein Recruiting-Dashboard aufgebaut sein?
  7. Recruiting-Daten richtig interpretieren
  8. Typische Fehler bei Recruiting Analytics
  9. Praxisbeispiel: Zwei Recruiting-Kanäle im Vergleich
  10. Fazit: Aus Recruiting-Daten werden bessere Entscheidungen
  11. Häufig gestellte Fragen zu Recruiting Analytics

 

Was ist Recruiting Analytics?

Recruiting Analytics ist die datenbasierte Analyse der Personalgewinnung. Dabei werden Kennzahlen aus verschiedenen Phasen des Recruiting-Prozesses erfasst, miteinander verglichen und in konkrete Entscheidungen übersetzt.
 
Recruiting Analytics beantwortet beispielsweise folgende Fragen:

  • Welche Kanäle erzeugen Aufmerksamkeit und Besuche?
  • Welche Stellenanzeigen führen zu Bewerbungen?
  • Wo brechen Interessierte im Recruiting-Funnel ab?
  • Wie viele Bewerbungen erfüllen die Mindestanforderungen?
  • Welche Quellen liefern Vorstellungsgespräche und Einstellungen?
  • Wie lange dauert die Besetzung einer Stelle?
  • Wie hoch sind die Kosten pro Bewerbung und Einstellung?
  • Bleiben eingestellte Mitarbeiter langfristig im Unternehmen?

Entscheidend ist die Verbindung zwischen Daten und Handlung. Ein Dashboard allein verbessert noch keine Personalgewinnung. Erst die richtige Interpretation zeigt, welche Anzeigen, Inhalte, Prozesse oder internen Abläufe angepasst werden sollten.
 

Warum ist Recruiting Analytics sinnvoll?

Recruiting wird häufig anhand einzelner Aktivitätszahlen bewertet:

  • Reichweite einer Kampagne
  • Klicks auf eine Stellenanzeige
  • Besucher einer Karriereseite
  • Anzahl eingegangener Bewerbungen

Diese Zahlen sind wichtig, zeigen aber nur einen Teil des Prozesses.
 
Ein Kanal kann viele Bewerbungen erzeugen, von denen nur wenige fachlich passen. Ein anderer Kanal liefert weniger Bewerbungen, führt aber zu mehr Vorstellungsgesprächen und Einstellungen.
 
Ohne eine durchgängige Auswertung könnte der Kanal mit der größeren Bewerbungszahl fälschlicherweise als erfolgreicher bewertet werden.
 
Recruiting Analytics hilft Unternehmen dabei:

  • Budgets zielgerichteter einzusetzen
  • erfolgreiche Recruiting-Kanäle zu erkennen
  • Abbruchstellen im Bewerbungsprozess zu reduzieren
  • Bewerberqualität differenzierter zu bewerten
  • interne Bearbeitungszeiten zu verbessern
  • Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen
  • die Recruiting-Strategie kontinuierlich weiterzuentwickeln

Vor den Kennzahlen stehen die Recruiting-Ziele

Nicht jedes Unternehmen benötigt dieselben KPIs. Welche Kennzahlen relevant sind, sollte aus der übergeordneten Recruiting-Strategie abgeleitet werden. Sie definiert Personalbedarf, Zielgruppen, Kanäle und die Ergebnisse, die mit den Recruiting-Maßnahmen erreicht werden sollen.
 
Mögliche Recruiting-Ziele sind:

  • mehr qualifizierte Bewerbungen für einen Engpassberuf
  • schnellere Besetzung kritischer Stellen
  • geringere Abhängigkeit von Personalvermittlungen
  • bessere Nutzung des Recruiting-Budgets
  • weniger Abbrüche im Bewerbungsprozess
  • höhere Annahmequote bei Vertragsangeboten
  • geringere Frühfluktuation

Aus dem Ziel werden die passenden Kennzahlen abgeleitet.
 
Möchte ein Unternehmen beispielsweise die Qualität seiner Recruiting-Kampagnen bewerten, reichen Klicks und Bewerbungszahlen nicht aus. Dann sind vor allem qualifizierte Bewerbungen, Vorstellungsgespräche, Einstellungen und Kosten pro qualifizierter Bewerbung relevant.
 

Die wichtigsten Recruiting-KPIs entlang des Funnels

Eine verständliche Kennzahlenstruktur orientiert sich an den Phasen des Recruiting-Funnels:

  1. Aufmerksamkeit und Reichweite
  2. Besuch der Stellen- oder Karriereseite
  3. Bewerbung
  4. Qualifizierung
  5. Auswahl und Einstellung
  6. langfristige Qualität

1. Reichweite und Aufmerksamkeit

Diese Kennzahlen zeigen, ob eine Recruiting-Maßnahme genügend Menschen erreicht und Interesse erzeugt. Bei Social Media Recruiting entstehen Daten zu Reichweite, Anzeigenmotiven, Zielgruppen und Klicks. Beim Recruiting mit Google Ads kommen unter anderem Suchbegriffe, Anzeigenklicks und Kosten hinzu.

Impressionen und Reichweite

Impressionen zeigen, wie häufig eine Anzeige eingeblendet wurde. Die Reichweite beschreibt, wie viele unterschiedliche Personen erreicht wurden.
 
Beide Kennzahlen bilden den Anfang des Funnels. Sie sagen noch nicht, ob die erreichten Personen fachlich und regional zur offenen Stelle passen.
 

Klickrate

Die Klickrate zeigt, welcher Anteil der Anzeigeneinblendungen zu einem Klick geführt hat.

Berechnung:

Klicks ÷ Impressionen × 100
 
Eine niedrige Klickrate kann unter anderem auf eine unpassende Zielgruppe, eine schwache Botschaft, eine unverständliche Stellenbezeichnung oder ein wenig relevantes Anzeigenmotiv hindeuten.
 

Kosten pro Klick

Die Kosten pro Klick helfen, unterschiedliche Anzeigen, Zielgruppen und Kanäle zu vergleichen.
 
Sie sollten jedoch nicht isoliert bewertet werden. Ein vergleichsweise teurer Klick kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn daraus überdurchschnittlich viele qualifizierte Bewerbungen entstehen.
 

2. Karriereseite und Stellenanzeige

Nach dem Klick muss die Zielseite das Interesse bestätigen, offene Fragen beantworten und zum nächsten Schritt führen. Somit schafft eine professionelle Karriereseite Orientierung und Vertrauen. Die Analyse von Seitenaufrufen, Bewerbungsstarts und Abbrüchen zeigt, ob die Inhalte die richtigen Kandidaten zum nächsten Schritt führen. Organische Zugriffe und die Auffindbarkeit einzelner Stellen sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Der Beitrag SEO für Recruiting erklärt, wie Karriereseiten und Stellenanzeigen für Suchmaschinen optimiert werden.
 
Relevante Kennzahlen sind:

  • Besucher der Stellen- oder Landingpage
  • Herkunft der Besucher
  • Klicks auf Bewerbungsbuttons
  • Bewerbungsstarts
  • Nutzung einzelner Berufs- oder Standortseiten
  • technische Fehler

Viele Besucher bei wenigen Bewerbungsstarts können darauf hindeuten, dass:

  • wichtige Informationen fehlen
  • das Arbeitgeberangebot nicht überzeugt
  • Anzeige und Zielseite nicht zusammenpassen
  • der nächste Schritt unklar ist
  • der Bewerbungsprozess zu aufwendig wirkt

Die Zahlen zeigen zunächst nur, wo ein Problem auftreten könnte. Um die Ursache zu verstehen, müssen Inhalte, Nutzerführung und technische Umsetzung geprüft werden.
 

3. Bewerbung und Recruiting-Funnel

Der Recruiting-Funnel bildet den Weg vom ersten Kontakt mit einer Stellenanzeige bis zur qualifizierten Bewerbung und Einstellung ab. Recruiting Analytics macht die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen messbar.
 

Bewerbungsstartquote

Sie beschreibt, wie viele Besucher einer Stellen- oder Landingpage den Bewerbungsprozess beginnen.

Berechnung:

gestartete Bewerbungen ÷ Besucher der Zielseite × 100

Abschlussquote

Die Abschlussquote zeigt, welcher Anteil der gestarteten Bewerbungen vollständig abgesendet wird.

Berechnung:

abgeschlossene Bewerbungen ÷ gestartete Bewerbungen × 100
 

Bewerbungs-Conversion-Rate

Sie setzt abgeschlossene Bewerbungen ins Verhältnis zu den Besuchern der Zielseite.

Berechnung:

abgeschlossene Bewerbungen ÷ Besucher der Zielseite × 100
 

Abbruchrate

Die Abbruchrate zeigt, wie viele Personen einen begonnenen Bewerbungsprozess nicht abschließen.
 
Besonders hilfreich ist die Auswertung einzelner Funnel-Stufen. Brechen viele Interessierte an derselben Frage ab, können mögliche Ursachen sein:

  • unverständliche Formulierungen
  • zu viele Pflichtfelder
  • verlangte Unterlagen, die gerade nicht verfügbar sind
  • technische Probleme
  • zu enge Antwortmöglichkeiten
  • fehlende Information zum weiteren Ablauf

Nicht jeder Abbruch ist automatisch negativ. Erkennt eine Person frühzeitig, dass eine zwingende Anforderung nicht zu ihr passt, kann dies eine unpassende Bewerbung verhindern.
 

Kosten pro Bewerbung

Die Cost per Application setzen das eingesetzte Werbebudget ins Verhältnis zu den abgeschlossenen Bewerbungen.

Berechnung:

Werbekosten ÷ abgeschlossene Bewerbungen
 
Die Kennzahl zeigt die Effizienz der Bewerbergewinnung, sagt aber noch nichts über die Qualität der Bewerbungen aus.
 

4. Bewerberqualität

Für die wirtschaftliche Bewertung ist entscheidend, was nach dem Absenden der Bewerbung passiert.
 

Qualifizierungsquote

Die Qualifizierungsquote zeigt, welcher Anteil der Bewerbungen die zuvor definierten Mindestanforderungen erfüllt.

Berechnung:

qualifizierte Bewerbungen ÷ abgeschlossene Bewerbungen × 100
 
Wann eine Bewerbung als qualifiziert gilt, sollte vor Kampagnenstart zwischen Personalabteilung und Fachbereich vereinbart werden.
 
Mögliche Kriterien sind:

  • erforderliche Ausbildung
  • bestimmte Berufserfahrung
  • notwendige Fachkenntnisse
  • Führerschein
  • Schicht- oder Reisebereitschaft
  • regionale Erreichbarkeit

Kosten pro qualifizierter Bewerbung

Diese Kennzahl ist häufig aussagekräftiger als die reinen Kosten pro Bewerbung.

Berechnung:

Werbekosten ÷ qualifizierte Bewerbungen
 
Ein Kanal mit höheren Kosten pro Bewerbung kann wirtschaftlich erfolgreicher sein, wenn er deutlich mehr passende Kandidaten liefert.
 

Gesprächsquote

Die Gesprächsquote zeigt, wie viele Bewerbungen beziehungsweise qualifizierte Bewerbungen zu einem telefonischen Erstgespräch oder Vorstellungsgespräch führen.

Dabei muss klar definiert sein, auf welche Ausgangsgröße sich die Quote bezieht.

Eine niedrige Gesprächsquote trotz vieler qualifizierter Bewerbungen kann beispielsweise auf langsame interne Bearbeitung oder zu enge Auswahlkriterien hinweisen.
 

5. Auswahl und Einstellung

Diese Kennzahlen betrachten den Übergang von der Bewerbung zur tatsächlichen Stellenbesetzung.

Source of Hire

Source of Hire zeigt, über welchen Kanal eine eingestellte Person ursprünglich gewonnen wurde.

Mögliche Quellen sind:

  • Karriereseite
  • Jobbörse
  • Social Recruiting
  • Google Ads
  • Mitarbeiterempfehlung
  • Active Sourcing
  • Personalvermittlung

Die Quelle sollte möglichst durch den gesamten Recruiting-Prozess erhalten bleiben. Sonst ist später zwar bekannt, dass eine Person eingestellt wurde, aber nicht mehr, welche Maßnahme dazu geführt hat.
 

Offer Acceptance Rate

Die Angebotsannahmequote zeigt, welcher Anteil der ausgesprochenen Vertragsangebote angenommen wird.

Berechnung:

angenommene Angebote ÷ ausgesprochene Angebote × 100
 
Eine niedrige Quote kann unter anderem auf nicht erfüllte Erwartungen, langsame Prozesse, wenig wettbewerbsfähige Konditionen oder eine schwache Bindung während des Auswahlverfahrens hindeuten.
 

Time to Hire und Time to Fill

Die beiden Kennzahlen werden häufig verwechselt.

Time to Hire misst die Dauer des konkreten Auswahlprozesses einer kandidierenden Person – beispielsweise vom Bewerbungseingang bis zur Annahme des Vertragsangebots.

Time to Fill betrachtet die gesamte Zeit von der Freigabe oder Veröffentlichung einer Stelle bis zu ihrer Besetzung.
 
Time to Fill beinhaltet damit auch die Zeit, die benötigt wird, um überhaupt geeignete Kandidaten zu erreichen.
 

Cost per Hire

Cost per Hire beschreibt die Kosten pro tatsächlicher Einstellung.
 
Je nach gewünschter Genauigkeit können einbezogen werden:

  • Werbebudget
  • Kosten für Jobbörsen
  • Software
  • Agentur- und Vermittlungskosten
  • interne Arbeitszeiten
  • Auswahlverfahren

Wichtig ist eine einheitliche Definition, damit Zeiträume, Stellen und Kanäle sinnvoll miteinander verglichen werden können.
 

6. Langfristige Qualität der Einstellung

Mit der Einstellung endet die Erfolgsmessung nicht vollständig.
 
Mögliche langfristige Kennzahlen sind:

  • tatsächlicher Arbeitsantritt,
  • Bestehen der Probezeit,
  • Frühfluktuation,
  • Zufriedenheit der Führungskraft,
  • Entwicklung der neuen Mitarbeiter,
  • Verbleib nach sechs oder zwölf Monaten.

Die sogenannte Quality of Hire sollte nicht auf eine einzelne Zahl reduziert werden. Sinnvoller ist eine Kombination mehrerer Kriterien, die vorab zwischen Personalabteilung, Fachbereich und Führung abgestimmt wird.
 

Welche Datenquellen werden benötigt?

Recruiting-Daten entstehen häufig in unterschiedlichen Systemen:

  • Social-Media- und Werbeplattformen
  • Google Ads
  • Webanalyse der Karriereseite
  • Stellen- und Landingpages
  • Recruiting-Funnels
  • Bewerbermanagementsysteme
  • HR-Software
  • Jobbörsen
  • manuelle Rückmeldungen aus Personal- und Fachabteilung

Eine Kampagnenplattform kennt beispielsweise Klicks und Kosten. Die Karriereseite zeigt Besuche und Bewerbungsstarts. Das Bewerbermanagement kennt den Status der Bewerbungen. Die Personalabteilung weiß, welche Person eingestellt wurde.
 
Erst durch die Verbindung entsteht eine durchgängige Sicht auf die Personalgewinnung.
 

Wie sollte ein Recruiting-Dashboard aufgebaut sein?

Mit einem professionellen Recruiting-Dashboard lassen sich Daten aus Kampagnen, Karriereseiten und Bewerbungsprozessen zentral zusammenführen und verständlich aufbereiten.
 
Für Geschäftsführung oder Personalleitung kann eine kompakte Managementübersicht ausreichen:

  • Bewerbungen und qualifizierte Bewerbungen
  • Vorstellungsgespräche
  • Einstellungen
  • Kosten pro qualifizierter Bewerbung
  • Cost per Hire,
  • Time to Fill
  • erfolgreichste Quellen

Für die operative Kampagnensteuerung werden detailliertere Informationen benötigt:

  • Ergebnisse je Anzeige und Zielgruppe
  • Kosten pro Klick
  • Bewerbungsstart- und Abschlussquote
  • Abbrüche je Funnel-Stufe
  • Bewerberqualität je Kampagne
  • Entwicklung im Zeitverlauf

Sinnvoll sind Filter nach Stelle, Zeitraum, Standort und Kanal. Gleichzeitig müssen die verwendeten Kennzahlen einheitlich definiert sein.
 

Recruiting-Daten richtig interpretieren

Recruiting Analytics liefert Hinweise, aber nicht automatisch die Ursache. Die Kennzahlen zeigen, an welcher Stelle Kandidaten den Prozess verlassen. Die Candidate Experience hilft dabei zu verstehen, wie Bewerber die einzelnen Kontaktpunkte erleben und weshalb bestimmte Hürden zu Abbrüchen führen können.
 

Viele Klicks, wenige Bewerbungsstarts

Mögliche Ursachen:

  • Anzeige und Zielseite passen nicht zusammen
  • relevante Informationen fehlen
  • Arbeitgebervorteile bleiben zu allgemein
  • der Einstieg in die Bewerbung ist unklar

Viele Bewerbungen, geringe Qualifizierungsquote

Mögliche Ursachen:

  • zu breites Targeting
  • missverständliche Stellenbeschreibung
  • unklare Mindestanforderungen
  • ungeeignete Qualifizierungsfragen

Viele qualifizierte Bewerbungen, wenige Gespräche

Mögliche Ursachen:

  • langsame Bearbeitung
  • unklare Zuständigkeiten
  • fehlende Kapazitäten im Fachbereich
  • zu enge Auswahlkriterien

Viele Gespräche, wenige Einstellungen

Mögliche Ursachen:

  • nicht erfüllte Erwartungen
  • unattraktive Konditionen
  • langsame Entscheidungen
  • Schwächen im Auswahlprozess
  • starker Wettbewerb

Die Daten zeigen, an welcher Stelle genauer hingesehen werden sollte. Die konkrete Ursache muss anschließend fachlich geprüft werden.
 

Typische Fehler bei Recruiting Analytics

Zu viele Kennzahlen ohne klare Fragestellung

Ein umfangreiches Dashboard kann beeindruckend aussehen und trotzdem wenig Nutzen bieten. Jede Kennzahl sollte eine konkrete Entscheidung unterstützen.
 

Bewerbungen werden nicht nach Qualität bewertet

Die reine Bewerbungszahl kann zu falschen Schlussfolgerungen führen. Qualifizierte Bewerbungen, Gespräche und Einstellungen sind aussagekräftiger.
 

Kanäle werden unterschiedlich erfasst

Werden Quellen uneinheitlich benannt oder gehen im Bewerbermanagement verloren, ist ein zuverlässiger Vergleich kaum möglich.
 

Offline-Schritte fehlen

Telefonate, Vorstellungsgespräche, Vertragsangebote und Einstellungen müssen ebenfalls zurückgemeldet werden. Sonst endet die Analyse bei der abgeschlossenen Bewerbung.
 

Kennzahlen werden nicht eindeutig definiert

Wann gilt eine Bewerbung als qualifiziert? Wann beginnt Time to Hire? Welche Kosten fließen in Cost per Hire ein?
 
Ohne einheitliche Definitionen entstehen widersprüchliche Berichte.
 

Daten werden gesammelt, aber nicht genutzt

Reporting ist nur dann wertvoll, wenn regelmäßig Entscheidungen und Optimierungen daraus entstehen.
 

Datenschutz wird zu spät berücksichtigt

Zugriffsrechte, Speicherdauer und der Umgang mit personenbezogenen Daten müssen bereits bei der technischen Konzeption berücksichtigt werden.
 

Praxisbeispiel: Zwei Recruiting-Kanäle im Vergleich

Ein Unternehmen sucht technische Servicemitarbeiter und nutzt zwei Recruiting-Kanäle.

Kennzahl Kanal A Kanal B
Werbekosten 3.000 € 3.000 €
Bewerbungen 60 30
qualifizierte Bewerbungen 9 15
Vorstellungsgespräche 4 9
Einstellungen 0 2

Auf den ersten Blick wirkt Kanal A erfolgreicher, weil dort doppelt so viele Bewerbungen entstanden sind.
 
Die weitere Auswertung zeigt jedoch:

  • Kanal A: 333 Euro pro qualifizierter Bewerbung
  • Kanal B: 200 Euro pro qualifizierter Bewerbung
  • Kanal B führte zusätzlich zu zwei Einstellungen

Die Konsequenz muss nicht automatisch sein, Kanal A vollständig abzuschalten. Zunächst sollte geprüft werden, ob Targeting, Stellenbotschaft oder Qualifizierungsfragen verbessert werden können.
 
Das Beispiel zeigt dennoch deutlich: Die Anzahl der Bewerbungen allein ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.
 

Fazit: Aus Recruiting-Daten werden bessere Entscheidungen

Recruiting Analytics macht sichtbar, wie gut die einzelnen Bestandteile der Personalgewinnung zusammenarbeiten.
 
Unternehmen erkennen:

  • welche Kanäle passende Kandidaten erreichen
  • welche Stellen und Inhalte zur Bewerbung führen
  • wo Interessierte abbrechen
  • wie hoch Bewerberqualität und Kosten tatsächlich sind
  • wie schnell Bewerbungen intern bearbeitet werden
  • welche Maßnahmen zu Gesprächen und Einstellungen führen

Dafür braucht es keine möglichst große Zahl an KPIs. Wichtiger sind klare Ziele, einheitliche Definitionen, verlässliche Daten und eine regelmäßige Auswertung.
 
Recruiting Analytics ist besonders wertvoll, wenn die Erkenntnisse direkt in Kampagnen, Karriereseiten, Recruiting-Funnels und interne Prozesse zurückfließen.
 

Häufig gestellte Fragen zu Recruiting Analytics

 

Was ist Recruiting Analytics?

Recruiting Analytics bezeichnet die systematische Erfassung und Auswertung von Daten entlang des Recruiting-Prozesses. Ziel ist, Kanäle, Bewerbungswege und interne Abläufe anhand relevanter Kennzahlen zu bewerten und zu verbessern.
 

Welche Recruiting-KPIs sind besonders wichtig?

Wichtige Kennzahlen sind unter anderem Bewerbungs-Conversion-Rate, Qualifizierungsquote, Kosten pro qualifizierter Bewerbung, Source of Hire, Time to Hire, Time to Fill, Offer Acceptance Rate und Cost per Hire. Die Auswahl hängt von den Recruiting-Zielen ab.
 

Was ist der Unterschied zwischen Time to Hire und Time to Fill?

Time to Hire misst die Dauer des konkreten Auswahlprozesses einer kandidierenden Person. Time to Fill betrachtet die gesamte Zeit von der Freigabe oder Veröffentlichung einer Stelle bis zu ihrer Besetzung.
 

Wie wird Bewerberqualität gemessen?

Bewerberqualität kann über zuvor definierte Mindestanforderungen, Gesprächsquote, Vertragsangebote, Einstellungen und langfristige Kriterien wie Probezeit oder Verbleib bewertet werden.
 

Was ist wichtiger: Cost per Application oder Cost per Hire?

Cost per Application zeigt die Effizienz der Bewerbergewinnung. Cost per Hire betrachtet das tatsächliche Ergebnis. Für die Kampagnenoptimierung sind zusätzlich die Kosten pro qualifizierter Bewerbung besonders hilfreich.
 

Welche Datenquellen werden benötigt?

Typische Quellen sind Werbeplattformen, Webanalyse, Karriereseiten, Recruiting-Funnels, Bewerbermanagementsysteme, Jobbörsen und interne HR-Daten.
 

Braucht jedes Unternehmen ein Recruiting-Dashboard?

Ein Dashboard ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Stellen, Kanäle oder Standorte regelmäßig ausgewertet werden. Bei wenigen Daten kann zunächst auch ein einfaches, klar strukturiertes Reporting ausreichen.
 

Wissen Sie, welche Recruiting-Maßnahmen wirklich zu Einstellungen führen?

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Wir verbinden Daten aus Kampagnen, Karriereseiten, Stellenanzeigen und Recruiting-Funnels in übersichtlichen Dashboards. Gemeinsam definieren wir die relevanten Kennzahlen, interpretieren die Ergebnisse und leiten konkrete Optimierungsmaßnahmen ab.

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